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Veranstaltungen im diesjährigen Gedenken an Jorge Gomondai im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

 

 

Donnerstag, 06. April 2017, 18 Uhr, Jorge Gomondai Platz

 

Stilles Blumenniederlegen am Gedenkstein

 

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Donnerstag, 06. April 2017, 19 Uhr, Dreikönigskirche (Kleiner Festsaal)

Madgermanes  - Ausbeutung unter deutscher Flagge?

 

Gerade eben noch war noch Europa mehr zusammengewachsen als je zuvor, die Euphorie der friedlichen Revolution in der DDR und anderen Ostblockstaaten noch fühlbar nah, als der mosambikanische Gastarbeiter Jorge Gomondai am 06. April 1991 einem rassistisch motivierten Anschlag in Dresden zum Opfer fiel.


Über die Lebensbedingungen der in der DDR lebenden mosambikanischen Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter ist den meisten wenig bekannt. Gleichzeitig finden noch heute regelmäßige Demonstrationen der „Madgermanes“ unter wehender Deutschlandfahne in Mosambik statt - ein irrwitziger Gegensatz zu den Bildern der fahnenschwingenden PEGIDA-Anhängerinnen und Anhänger.


In Gedenken an Jorge Gomondai wird ein Blick zurück auf die Umstände der Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter aus Mosambik zur Wendezeit und deren erschwerte Lebensbedingungen heute in ihrem Heimatland geworfen.


Zu Gast sind der Journalist Philipp Hedemann und die ehemaligen mosambikanischen Gastarbeiter Morgado-Vasco Muxlhanga und Emiliano Chaimite sowie Augusto Vinheque, Präsident der mosambikanischen Gesellschaft in Deutschland e. V. .

 

 

Das Gedenken an Jorge Gomondai

 

Am 6. April 1991 starb in Dresden der 28jährige Mosambikaner Jorge João Gomondai infolge eines brutalen rassistischen Überfalls. Am Ostersonntag fand ihn eine Straßenbahnfahrerin gegen 4 Uhr blutüberströmt auf der Straße in der Nähe des damaligen Platzes der Einheit (heute Albertplatz). Einige Tage später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Ermittlungen führten sehr bald zur rechtsradikalen Szene. Die jugendlichen Täter hatten Gomondai gehetzt und zum Sprung aus der fahrenden Straßenbahn gezwungen. Im Prozess 1993 wurden vergleichsweise milde Urteile verhängt.

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Im März 1992 rief der Ausländerrat Dresden e.V. dazu auf, den Jahrestag der Bluttat als eine Mahnung gegen Rassismus und rechtsradikale Gewalt zu begehen. Ein Vorbereitungskreis Dresdner Vereine und Kirchen organisierte die erste Gedenkfeier und einen Schweigemarsch. In den folgenden Jahren erweiterte sich der Vorbereitungskreis um Vertreter der Kreuzkirche, des Ökumenischen Informationszentrums und der Gewerkschaften, ebenso arbeiteten die Ausländerbeauftragte, Studenten, Jugendinitiativen sowie Vertreter verschiedener Parteien aktiv mit.

Der Gedenktag an Jorge Gomondai ist mittlerweile zu einem festen Datum in Dresden geworden. Am 31. März 1993 enthüllten Vertreter des Ausländerrates gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister der Stadt an der ehemaligen Wohnstätte des Opfers eine Gedenktafel. Auf Beschluss des Vorbereitungskreises und mit Unterstützung des damaligen OB wurde am 1. April 1993 ein Gedenkstein am Dresdner Albertplatz aufgestellt.

Nach einem Vorschlag des Ausländerbeirates der Stadt Dresden beschloss der Stadtrat 2006 die Benennung des Platzes in unmittelbarer Nähe des Tatortes in Jorge-Gomondai-Platz. Er wurde am 30. März 2007 im Beisein der Mutter und eines Bruders von Jorge Gomondai sowie des mosambikanischen Botschafters eingeweiht.



 

Ansprechpartnerin:

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Katja Rehor
Tel.: (0351) 4363726