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m Samstag, den 1. Juli 2017, gedenken wir dem tödlichen Angriff auf Marwa El-Sherbini. Sie fiel 2009 einer rassistisch motivierten Tat im Dresdner Landgericht zum Opfer.


Wir laden alle Dresdnerinnen und Dresdner um 14 Uhr herzlich zur stillen Blumenniederlegung vor dem Dresdner Landgericht, Lothringer Straße 1 ein.


Im Anschluss findet um 14.30 Uhr eine Kurzfilmvorstellung und Diskussion über „Das schwache Geschlecht? - Vorurteile über Frauen weltweit“ im benachbarten internationalen Café Halva im Johannstädter Kulturtreff, Elisenstraße 35 statt.
Wir wollen unabhängig unserer Herkunft miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen.


Ausländerrat Dresden e. V. und der Vorbereitungskreis des Gedenkens
 

 

On Saturday, July 1, 2017 we remember the deadly assault on Marwa El-Sherbini. In 2009, she fell victim to a racist-motivated act at the district court of Dresden.


All citizens of Dresden are invited to a silent flower-laying ceremony at 2 pm in front of the district court at Lothringer Straße 1.


After the commemoration, at 2:30 pm, a short film about worldwide prejudices against women will be shown at the international Café Halva at Johannstädter Kulturtreff nearby at Elisenstraße 35.


We want to talk with each other independently of our origin. Together we must set a sign against racism.


Ausländerrat Dresden e. V. and the preparation team

 

 

In Erinnerung an Marwa El-Sherbini

 

Im Jahr 2009 schockierte die Nachricht vom Attentat auf Marwa El-Sherbini nicht nur unsere Stadt, sondern weit darüber hinaus auch die internationale Öffentlichkeit.
Sie starb am 1.7.2009 während eines Prozesses im Dresdner Landgericht, als sie als Zeugin gegen den späteren Täter aussagte, der sie schon vorher aus islamfeindlichen Motiven beleidigt hatte und nun im Gerichtssaal angriff und vor den Augen ihres Mannes und ihres Kindes erstach.

Marwa El-Sherbini, eine Sportlerin und studierte Pharmakologin, lebte hier in Dresden mit ihrer Familie. Sie arbeitete als Apothekerin, ihr Mann war am hiesigen Max-Plank-Institut tätig. Sie wollte das Land und seine Menschen kennenlernen und verstehen, schloss Freundschaften mit Nachbarn, den Müttern und Erzieherinnen des Kindergartens ihrer Kinder und mit ihren Kolleginnen und Kollegen. Sie wehrte sich mit juristischen Mitteln gegen Beleidigung, Fremdenhass und Intoleranz und baute auf den Schutz ihrer Rechte durch die Justiz und den Staat.

Gedenken an Marwa El-Sherbini


Der Mord an Jorge Gomondai im Jahre 1991 war der erste rassistische Mord in Dresden nach der Wiedervereinigung. Erschreckenderweise werden auch 19 Jahre später solche Taten noch begangen, rassistische Auswüchse in Sachsen sind zu einer Dauererscheinung geworden. Sie vergiften das gesellschaftliche Klima, zerstören den sozialen Frieden und sind eine große Herausforderung für den Rechtsstaat.


Wir müssen uns mit den Quellen und Ursachen solch tödlichen Hasses beschäftigen und uns entschieden, auf allen gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen, gegen Rassismus und Gewalt einsetzen.

Wir rufen auf zum Gedenken an Marwa El-Sherbini! Wir alle wünschen uns, dass die allseits proklamierte Weltoffenheit endlich zur Realität wird. Wir wehren uns gemeinsam gegen Ausgrenzung, Ignoranz und die Verbreitung von Angst. Wir sind überzeugt, dass eine demokratisch verfasste Gesellschaft  in der Lage sein muss, jede Form von Menschenfeindlichkeit zu überwinden.

Ansprechpartner:

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Katja Rehor
Tel.: (0351) 4363726